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48 Stunden in Eindhoven

  • 10 min
  • 23 jun. 2026
48 Stunden in Eindhoven

Du wolltest schon immer mal ein Wochenende in Eindhoven verbringen? Dann nimm das hier als dein Zeichen. Die Designhauptstadt der Niederlande ist vielleicht nicht für alle was – aber genau richtig für alle, die es gern ein bisschen anders mögen. Du kriegst nicht genug von futuristischer Architektur, Cafés mit guter Story und allem, was mit Design zu tun hat? Dann haben wir hier alle Insidertipps für die perfekten 48 Stunden in Eindhoven gesammelt.

First things first …

Bevor du mit unseren Tipps in die Stadt eintauchst – halt die Energie mal fest – helfen wir dir erst mit ein paar praktischen Infos und nützlichen Guides für den ultimativen Citytrip weiter:

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11:00 Uhr Kaffee bei Sissy-Boy

Klar, du startest den Tag erst mal mit … Kaffee! Vom Hauptbahnhof läufst du direkt in die Innenstadt. First stop: Sissy-Boy Daily. Ohne eine ordentliche Tasse Kaffee geht hier natürlich gar nichts. Diese Hotspot-Crew weiß ganz genau, wie’s geht. Im ersten Stock vom Blob – diesem leicht verrückten Glasgebäude am 18 Septemberplein – trinkst du deinen Kaffee mit Blick auf den Philips Lichttoren.

Sissy-Boy

11:30 Uhr Ab ins Emma District

Kaffee leer? Dann wird’s Zeit, ins Emma District einzutauchen. Aber nicht, bevor du dich noch durch den Shoppingbereich von Sissy-Boy gestöbert hast. Da hängt einfach zu viel Schönes auf den Stangen, um es zu lassen. Sobald du wieder draußen bist, liegt dieses kreative Mini-District direkt vor dir. Genau hier fing die Eindhoven-Story an. An der Stelle vom Philips Museum startete Philips damals mit seiner ersten kleinen Glühlampenfabrik. Heute findest du rund um die Nieuwe Emmasingel jede Menge Concept Stores und richtig gute Adressen zum Essen. Mit diesen Spots bist du erst mal beschäftigt: Boekhandel Van Piere ist einer der ältesten Läden der Stadt und damit ein absolutes Muss, bei Vielgut shoppst du faire Mode und bei Mr. Brown gibt’s ein schickes Gestell und einen Coffee to go.

13:00 Uhr Alles über Philips und Eindhoven lernen

Wir haben es eben schon kurz angerissen: Genau hier hat alles angefangen. Du erfährst hier nicht nur alles über die Innovationen von Philips, sondern auch über die Familie und ihren Einfluss auf Eindhoven. Dein Besuch startet mit einem Schnelldurchlauf durch mehr als 130 Jahre Philips. Wie haben die Brüder Anton und Gerard das Unternehmen geführt? Und wie kamen sie zu ihrem eigenen Philipsdorp? Von außen erkennst du die Fabrik noch an ihrem Schornstein – früher sogar das höchste Gebäude der Stadt. Auch drinnen bekommst du in der nachgebauten Werkstatt einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Von der CD bis zum Rasierer mit rotierenden Klingen – all das wurde hier erfunden. Philips hat Eindhoven zu einer echten Innovationsstadt gemacht.

Philips Museum © Max Kneefel

14:00 Uhr Ein wohlverdientes Mittagessen

Mal eben die ganze Eindhoven-Story in einer Stunde zu lernen, ist schon eine Ansage – aber irgendwer muss es ja machen. Für so viel Aufmerksamkeit gibt’s natürlich eine ordentliche Lunch-Belohnung. The Happiness Café liegt gleich um die Ecke und serviert neben stimmungshebenden Smoothies auch Stapel von Blaubeerpfannkuchen und Wraps mit hausgemachtem Falafel. Eine andere Option ist Down Town Gourmet Market. Eine Foodhall mit mehr als zwanzig verschiedenen Ständen. Lust auf vietnamesische Pho oder spanische Pinchos? Warum nicht einfach beides!

Down Town Gourmet Market © Max Kneefel

14:00 Uhr Boutique-Hopping in de Bergen

Wusstest du, dass Eindhoven die Shoppingstadt des Südens ist? In den großen Einkaufsstraßen im Zentrum findest du so ziemlich alle beliebten High-Street-Ketten – von Zara bis Calzedonia. Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein Abstecher ins Kaufhaus de Bijenkorf. Drei Etagen voller überraschender Mode, Kosmetik und Interior. Du stehst eher auf kleinere Konzepte? District de Bergen – auch das Quartier Latin von Eindhoven genannt – ist ein echtes Boutique-Walhalla. Hier kommen Shoppingfans voll auf ihre Kosten: Magda, Walther, IQ Studio und STED. Vintage findest du bei All Vintage und YATVA. Oder schau dir unseren Guide für noch mehr Shoppingspaß in de Bergen an.

All Vintage

17:00 Uhr Zeit für einen Aperitivo!

Da, wo die Shoppingrunde langsam endet, fängt der Aperitif erst an. Eigentlich kannst du es dir in de Bergen fast überall gutgehen lassen – vielleicht der charakteristischste Stadtteil von Eindhoven. NOVA ist für uns ein glänzender Star – pun intended – wenn es um Shared Dining geht. Kenner wissen: Die Besitzer Maaike und Martien haben jahrelang bei Piet Hein Eek gearbeitet. Das Interieur ist ein kleiner Wink in diese Zeit, denn er hat die Bar entworfen. Aber zurück zum Essen, dafür bist du ja hier. Bestell dir ein Glas mit Blubber und fang schon mal mit ein paar kleinen Gerichten als Vorspeise an. Die Karte wechselt oft, also schau für einen Vorgeschmack auf ihrem Instagram vorbei.

NOVA © Max Kneefel

18:00 Uhr Ab an den Tisch! À la table! ¡En la mesa!

Um 18:00 Uhr ist der Spaß schon wieder vorbei. Also zumindest, wenn du unter der Woche bei NOVA einkehrst. Freitags kannst du ganz entspannt bis 20:00 Uhr kleben bleiben. Aber keine Sorge, dieses District hat mehr als genug, um deine kulinarischen Gelüste zu stillen. Let’s get Spanish bei Lucie Cocina mit einem vino tinto und authentischen Tapas. Lieber auf französisch unterwegs? Le Cozy hat die Karte und die Ausstrahlung einer klassischen Bistro. Du bleibst lieber auf ‚Eindhovener Boden‘? Dann reservier dir einen Platz bei stadsrestaurant Welp.

Lucie Cocina © Max Kneefel

22:00 Uhr Ein Absacker, um’s dir abzugewöhnen

Okay, du könntest dich natürlich auch schon in das herrliche Bett kuscheln, das im Hotel Mariënhage auf dich wartet. Aber wir versprechen dir: Das steht später auch noch da. Also, noch einen? Wir kennen genau den richtigen Ort dafür! Eindhoven war vor langer, langer Zeit eine echte Brauereistadt – und diese Mentalität hat die Stadt zum Glück nie verloren. De Stadsbrouwerij und Van Moll führen dieses Erbe weiter wie kaum jemand sonst. Biertipp: Orchestra of Angels (Stadsbrouwerij Eindhoven) und Toewijding (Van Moll).

00:00 Uhr Gute Nacht!

Wir haben es oben schon verraten: Am besten übernachtest du im Hotel Mariënhage im Zentrum. Bis vor ungefähr zwanzig Jahren lebten in diesem Gebäude noch Augustiner. Heute ist es ein wunderschönes Hotel, in dem alte Elemente – wie die älteste Mauer von Eindhoven – und neue Architektur zusammenkommen. Für diesen magischen Design-Touch sorgen niemand Geringeres als Studio Drift, Maarten Baas und Piet Hein Eek. Ein heiliges Design-Trio, wenn du uns fragst.

Van Moll © Max Kneefel

Tag zwei

Guten Morgen, Sonnenschein! Zeit für einen neuen Tag – und zwar auf dem Fahrrad. Sag dem Hotel einfach vorher Bescheid, dass du eins mieten willst, dann reservieren sie dir eins. Next stop: Philipsdorp.

11:00 Uhr Teig ohne Ende bei ‘t Bakhuisje

Eine Geschichtsstunde über Philipsdorp ist nach dem Besuch im Philips Museum vielleicht ein bisschen überflüssig, aber über den Frühstücksspot des Tages erzählen wir dir gern noch mehr. Die Espressobar 't Koffiehuisje war früher ein Supermarkt, in dem Philips-Mitarbeitende ihre Einkäufe zu fairen Preisen machen konnten. Heute füllt das Eckhaus immer noch jede Menge Mägen – nur eben mit Frühstück. Unsere Empfehlung: Bananenbrot mit Joghurt und frischem Obst. Alles Leckere, das hier serviert wird, kommt von ‘t Bakhuisje gleich um die Ecke. Kardamombrötchen, Chai-Kuchen und Lemon-Curd-Kekse. Wer Teig liebt, kann gar nicht anders, als sich noch was für unterwegs mitzunehmen.

12:00 Uhr Die Wunder von Woensel-West

Dieses Eindhovener Arbeiterviertel hat sich zu einer hippen Gegend entwickelt, in der Kulturen, Kreativität und ein bunter Mix aus Architektur zusammenfließen. Gefühlt ploppen hier jede Woche neue Hotspots auf – zum Beispiel als Teil der Woensel Westside Stores –, wo Gründerinnen und Gründer die Chance bekommen, ihre Konzepte auszuprobieren. Schau doch mal bei Wanted by Das und LUZ Vivir vorbei. Auch architektonisch hat Woensel-West einiges drauf. Bei Volta Galvani fühlst du dich wie in einem farbenfrohen Innenhof, inspiriert von Städten rund ums Mittelmeer. Auch die Verheven Huisjes gehören definitiv auf die Liste. Neu im Viertel ist das Waaggebouw – ein knalloranges Schmuckstück, das perfekt hierher passt.

Volta Galvani © Nick Bookelaar

13:00 Uhr Kunst und Knabbereien bei KEVN

Warst du überhaupt in Woensel-West, wenn du nicht bei Kelderman en van Noort warst? Unsere Antwort ist ganz klar: nein. KEVN ist ein echtes Must-see. Nicht zuletzt wegen der Architektur – die übrigens auch für den Dirk Roosenburg Architectuurprijs nominiert wurde. Aber dieser kreative Hub ist mit Lunch-Ecke, Ausstellungsräumen und Studios auch von innen ziemlich schön. Wie man zu Mittag isst, müssen wir dir nicht erklären, aber eine Runde durch die Ausstellung ist wie das Dessert … dafür ist immer noch Platz. Tipp: Am Wochenende gibt’s hier regelmäßig Outdoor-Partys und mexikanische Nachmittage. Lecker!

KEVN © Max Kneefel

14:30 Uhr Grün, grüner, am grünsten!

Haben wir dir eigentlich schon erzählt, dass Eindhoven eine der grünsten Städte der Niederlande ist? Fast die ganze Stadt ist von Parks umgeben. Der Philips de Jongh park ist einer davon. Einmal tief durchatmen tut einfach gut. Dreh also eine Runde durch diese grüne Stadtoase und schau unbedingt kurz beim neuen Stadspaviljoen vorbei.

15:00 Uhr Die Welt von Piet Hein Eek

Lern Piet Hein Eek kennen – inzwischen vielleicht der bekannteste Designer der Low Countries. Auf Strijp R findest du das ganze Jahr über sein Design-Imperium mit Hotel, Grand Café, Lobbyrestaurant, Laden, Werkstatt und Ausstellungsraum.

Piet Hein Eek © Max Kneefel

16:00 Uhr Entdecke die verbotene Stadt

Ein Besuch in Eindhoven ist nicht komplett ohne einen Abstecher nach Strijp-S. So selbstverständlich war das übrigens nicht immer, denn dieses District war früher nur für Philips-Mitarbeitende zugänglich und wurde auch die ‚verbotene Stadt‘ genannt. An dieser Geschichte kommst du hier nicht vorbei: Fast jedes Gebäude steht noch. Ein ziemlich starkes Beispiel für Umnutzung, finden wir. Aber auch neue Architektur hat hier ihren Platz. So sorgen das knallrote Haasje Over und der Trudo Toren ordentlich für Eindruck.

Was du hier gesehen haben musst? Eher: was nicht! Schau in der größten Indoor-Skatehalle der Benelux vorbei – Area51 – oder bei Pastryclub in der alten Machinekamer. Shoppen kannst du im Urban Shopper – dort haben sich allerlei kreative Unternehmer versammelt. Und wenn deine Kulturdosis noch nicht voll ist, schau bei MU Hybrid Art House oder Foundation We Are vorbei. Wir können uns aber auch gut vorstellen, dass du einfach nur die Aussicht genießen willst. Das geht am besten auf der Terrasse vom Ketelhuis oder Biergarten.

Pastryclub © Max Kneefel

18:30 Uhr Fine Dining mit einem Hauch Jazz

Nach fast zwei Tagen in Eindhoven weißt du jetzt: Wir lieben Transformation. Fürs Abendessen schicken wir dich deshalb zu Fifth auf dem NRE-terrein. Dieses Restaurant trifft Jazzbar und sitzt in der alten Gasfabrik der Stadt. Daher auch die Lage – nah am Zentrum und am Kanal, und für dich mit Hotel Mariënhage praktisch direkt um die Ecke. Lust auf fancy? Perfekt, denn hier verwöhnen dich die Chefs mit einem Überraschungsmenü. Und als Kirsche auf der Torte gibt’s noch einen Cocktail obendrauf.

22:00 Uhr Bis morgen!

Why change a winning team? Du bleibst einfach noch eine Nacht ganz *gezellig* (gemütlich und ungezwungen) im Hotel Mariënhage. Musst du übrigens auch, denn ein Zimmer kannst du hier erst ab zwei Nächten buchen. Wieder was gelernt …

Fifth

10:00 Uhr Otis’ All-day-Frühstück

Otis hat zwar noch gar nicht so lange offen, fühlt sich aber an, als wäre dieses Café schon seit Jahren da. Mit de Burger und El Pastor – vom selben Besitzer – direkt nebenan wirkt die Straße einfach komplett. Du kannst hier schon ab 08:00 Uhr aufschlagen, aber wir gönnen dir die paar Extra-Minuten im Bett. Also: Frühstück. Die Karte ist klein, aber fein. Nur mal so als Auswahl: Joghurt mit hausgemachtem Granola, Sauerteigbrot mit Avocado und Burrata und Brot-Soldaten mit weich gekochtem Ei. Und den Kaffee bitte nicht vergessen.

Otis © Max Kneefel

11:00 Uhr Abschluss im Van Abbemuseum

Deine 48 Stunden in Eindhoven sind fast vorbei, aber diesen Tipp solltest du wirklich nicht auslassen. Lust, einen Picasso anzufassen? Das Van Abbemuseum zeigt moderne und zeitgenössische Kunst so inklusiv wie möglich – ihre Sammlung für Besucher mit Sehbehinderung ist absolute Spitzenklasse und macht wirklich allen Spaß. Fordere deine Sinne heraus und mach dich bereit, erstaunliche Kunst zu berühren, zu riechen und ja, auch zu sehen!

Van Abbemuseum © Boudewijn Bollmann

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